Ehrung: Ernst Fahlbusch 85 Jahre SPD-Mitglied

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Ernst Fahlbusch (104)

 

Ernst Fahlbuch ist zweitältestes SPD-Mitglied in Deutschland. Am Sonnabend hat der stellvertretende Bundesvorsitzende Ralf Stegner den 104-Jährigen für 85-jährige Mitgliedschaft geehrt. Gleichzeitig wurden Anneliese Domröse und Walter Dittrich in der Seniorenresidenz Stiemerling in Hattorf für 70-jährige Parteizugehörigkeit geehrt. „Es lebt nur noch eine Frau in Deutschland“, berichtete Stegner, „die sich etwas länger als Ernst Fahlbusch der SPD zugehörig zählt.“

 

Deshalb nehme er die Ehrung auch mit großem Respekt vor. Weiter sagte Stegner, dass sich die SPD in jüngster Zeit immer in „schwierigen Zeiten“ sehe; als Ernst Fahlbusch aber in die SPD eintrat, da war es gefährlich. Denn kurz vor dem Zweiten Weltkrieg habe sich die SPD für Freiheit und Frieden eingesetzt. Und immer habe sich die SPD für gleiche Chancen für alle eingesetzt. Das sei geblieben. Anders sei es mit der Selbstverständlichkeit geworden, in eine Partei einzutreten. Früher meldete ein sozialdemokratischer Vater seinen 14-jährigen Sohn gleich bei der SPD, der AWO, der Gewerkschaft und der Krankenkasse an, sagte er schmunzelnd.

Ralf Stegner

Ralf Stegner (stehend) bei seiner Rede; links Ernst Fahlbusch und Wilhelm Priesmeier, rechts Georg Wipke

Mit Blick auf Anneliese Domröse sagte Stegner, dass es Frauen immer schwer hatten, sich in der Gesellschaft zu engagieren. Doch ihre 70-jährige Parteizugehörigkeit zeige, dass es möglich war. „Niemand braucht der SPD etwas von Gleichberechtigung zu erzählen“, folgerte er. Allen Jubilaren sagte er: „Wir sind stolz auf Euch und dass wir Euch in unseren Reihen haben.“

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Anneliese Domröse mit ihrem Sohn Wolfgang

Wilhelm Priesmeier (MdB) war bei seiner Laudatio auf Ernst Fahlbusch gerührt: „Sowas habe ich noch nicht erlebt – 85 Jahre.“ 1930 sei es für Ernst Fahlbusch, der in Gillersheim lebte, besonders schwierig gewesen, in die SPD einzutreten. Doch er hielt zur Partei. Noch 1933 habe er mit auf dem Marktplatz von Northeim gegen die Nazis demonstriert, danach war es verboten. Fahlbusch stand jahrelang unter Polizeibeobachtung. Doch er hielt durch. 22 Jahre lang war er im Gemeinderat, war bei der Grundsteinlegung des Kreishauses in Northeim und der Hochschule in Clausthal dabei. „Für mich bist du ein großes Vorbild“, sagte Priesmeier.

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Schon an seinem 100. Geburtstag hatten Ernst Fahlbusch und Wilhelm Priesmeier sich kennengelernt.

Warum trat Anneliese Domröse 1945 in die SPD ein? Ihr Vater war Bergmann; da erschien das selbstverständlich zu sein. „Er hat es mir gesagt“, so ihre Antwort. Da sei sie auch in die Arbeiterwohlfahrt (AWO) eingetreten. Ihr gesamtes Arbeitsleben war sie bei der AWO beschäftigt, leitete Altenheime und betreute anschließend noch Reisen der AWO.

Ehrung A_Domröse

Noch schaut Anneliese Domröse noch etwas skeptisch auf die SPD-Urkunde für 70-jährige Mitgliedschaft, die ihr Georg Wipke überreicht. Die dazugehörige Brosche nahm sie "gern".

Walter Dittrich
 

Für Walter Dittrich gab es im Wahlkampf nie genügend Plakate für die SPD, berichtete Ortsvereinsvorsitzender Georg Wipke. Schon bevor er in die SPD eintrat, kämpfte Walter Dittrich in einem Vorläufer der SPD, dem „Reichsbanner Schwarz Rot Gold“ in der Ortsgruppe Hattorf gegen die Rechten und für eine Abgrenzung zur KPD. Nach dem Krieg trat er sofort in die neugegründete SPD ein und war für sie von 1961 bis 1991 mit kurzen Unterbrechungen im Gemeinderat in Hattorf. Als Kassierer sammelte er monatlich die Beiträge der Mitglieder bei Hausbesuchen ein und kannte deshalb die Genossen sehr gut. Für Hattorf gilt: „Die SPD ist Walter“, sagte Georg Wipke.

 
Reichsbannerfahne

v.l. Walter Dittrich, Ingrid Baum und Georg Wipke mit der historischen Reichsbannerfahne

Ehrung 2016

v.l.: Georg Wipke, Wilhelm Priesmeier, Ingrid Baum, Anneliese Domröse, Ernst Fahlbusch, Walter Dittrich und Ralf Stegner
Fotos: Karl Heinz Bleß

 
    Parteileben
 

 


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